Marktformen – Unternehmenszusammenschlüsse

Marktformen

Käufermarkt

die Käufer sind im Vorteil

  • XAnfrage > YNachfrage
    = Angebotsüberhang
  • anbieterseitiger Wettbewerb
  • niedrige Preise und beste Qualität
    –> Anspruch des Käufers
  • limitierende Faktoren für Anbieter: Absatz

Verkäufermarkt

die Verkäufer sind im Vorteil

  • XAnfrage < YNachfrage
    = Nachfragenüberhang
  • Wettbewerb Nachfrageseitig
  • Kunde akzeptiert schlechte Qualität und höhere Preise
  • limitierender Faktor: Beschaffung

Nach Anzahl der Marktteilnehmer

viele: Polypol
einige: Oligopol
einer: Monopol

Diese Formen gibt es auf beiden Seiten.

Angebotsmonopol

1 Anbieter – viele Nachfrager

Bahn, Innovationsmonopolisten

Oligopol

Benzin

Polipol, bilateral

Preisgestaltung im Monopol

MonpolPreisbildung

a) Hochpreisstrategie
–> hohe Preise, kleine Absatzmengen

b) Tiefpreisstrategie
–> niedrige Preise, hohe Mengen

Unternehmenszusammenschlüsse

–> Mergers & Acquisitions (M&A, M&A-Geschäft) ist ein Sammelbegriff für Transaktionen im Unternehmensbereich wie Fusionen, Unternehmenskäufe, Betriebsübergänge, Fremdfinanzierte Übernahmen, Outsourcing/Insourcing, Spin-offs, Curve-outs[1] oder Unternehmenskooperationen.

Märkte haben (v.a. Angebotsseitig) eine Tendenz zur Konzentration (? Reduktion des Wettbewerbes)

Prblem dabei: Wettbewerb ist die Grundlage für das Funktionieren des Preismechanismus. Der Preismechanismus wiederum ist die Grundlage für die Allokationsfunktion.

Vorteile

  • Synergieeffekte (? Einsparungseffekte)
  • Brain-Gain = Zuwachs an Know How
  • Ausbau / Gewinnung von Marktanteilen
  • Beseitigung von Wettbewerbern
  • Verbreiterung der Kapitalbasis
    • Erhöhung der Kreditwürdigkeit
    • mehr Expansionschancen
  • Reibungsverluste
    bspw. durch unterschiedliche Kulturen
  • hohe Kosten
  • größeres Risiko
  • Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren
  • Möglichkeit des Wissensverlistes durch den Partner
  • Resourcen werden gebunden durch Umgestaltung des Betriebes

Nachteile

Formen

nach rechtlicher und witschaftlicher Selbststandigkeit

Fusion

A + B –> C

A + B –> A/B

–> rechtlich Minus

–> wirtschaftlich Minus

Konzern

Variante A: Holding-Konzern, macht keine eigenen Geschäfte

Variante B: Stammhaus-Konzern, Mutterhaus macht eigene Geschäfte (bspw.: VW)

–> rechtlich ein Plus

–> wirtschaftlich Minus

Kartell

A <– –> B

  • Gefahr: Preiskartelle (illegal)
  • Genehmigungspflichtig
  • Anmeldepflichtig

–> rechtlich ein Plus

–> wirtschaftlich Plus

Arbeitsgemeinschaft (ArGe)

A —— B

–> rechtlich ein Plus

–> wirtschaftlich Plus

Beispiel: Baubereich, Versicherungen, Banken (Konsortium)

Wettbewerbspolitik

  • Erhalt des Wettbewerbs auf den Märkten
  • Bundeskartellamt
    • Fusionskontrolle
      Genehmigung von Zusammenschlüssen nach Kriterien der daraus entstehenden Marktmacht und des Wettbewerbs
      Möglichkeit: Ministerialerlass
    • Marktaufsicht
      Überwachung marktbeherrschender Unternehmen im Hinblick auf Machtmissbrauch oder unangemessene Wettbewerbsverzerrung

Aufgabenblatt

3.01a_Arbeitsblatt

3.01b_Arbeitsblatt

Lösungen

  1. X
    1. Horizontale Zusammenschlüsse finden zwischen Unternehmen auf derselben Produktionsstufe statt in einer Branche, beispielsweise mehrere Kohlebergwerke oder Zusammenschluss von Automobilherstellern.
      Vorteil/Grund: Kosteneinsparung, Stückkostendegression, Nutzung von Synergien, Ausbau der Marktmacht
    2. Vertikale Zusammenschlüsse finden zwischen verschiedenen (vor- und nachgelagerten) Produktionsstufen statt in einer Branche, beispielsweise ein Kohlebergwerk schließt sich mit einem Stahlwerk zusammen, das die Kohle bezieht (Zuliefererprinzip,
      Vorteil/Grund: Sicherung der Beschaffung sowie Kosteneinsparungdabei, Absatzsicherung)
    3. Diagonale bzw. anorganische oder laterale Zusammenschlüsse finden zwischen Unternehmen verschiedener Produktionsstufen unterschiedlicher Branchen statt, wodurch ein Mischkonzern entsteht
      (z. B. Oetker Konzern: Nahrungsmittel, Banken, Reedereien, Hotels, Lebensmittelhandel)
      Vorteil/Grund: Optimierung der Absatzkette, Kosteneinsparung
    1. ArGe / horizontal
      Teilung der Investitionskosten, Wissenszusammenschluss, Riskostreuung
      Nachteile: Gefahr, dass der Andere zuviel Wissen mitnimmt, Reibungsverluste
    2. Konzern / horizontal
      Marktanteile ausbauen, Synergien, Diversifikation: Erweiterung der Produktpalette, Erschließung neuer Märkte in anderen Regionen
      Nachteile: Logostik durch weite Entfernung
    3. Konzern (Stammhaus), horizontal
      Brain-Gain, Kapitalbasis ausbauen, Marktanteile ausbauen, Kundengewinnung
      Nachteie: evtl. Rebungsverluste, Gefahr der Schwerfälligkeit von größeren Unternehmen
    4. Preiskartell: illegal
      Nachteile: Gefängnis
      Vorteil: Preiskontrolle, Abschöpfung des bestmöglichen Gewinns
    5. Preiskartell (Absatzkartell): illegal
    6. Genhmigungspflichtiges Absatzkartell, Syndicat (legal)
    7. Genhmigungspflichtiges Kartell
  2. nicht vorhanden

4.

Unternehmenszusammenschluss
Kartell Konzern Vereinigte Unternehmen
Selbständigkeit Rechtlich X X
Wirtschaftlich X

 

5. Der Beherrschungsvertrag ist ein zwischen einer inländischen Aktiengesellschaft oder Kommanditgesellschaft auf Aktien mit einer in- oder ausländischen Gesellschaft mit beliebiger Rechtsform geschlossener Unternehmensvertrag, der die Leitung der inländischen Gesellschaft dem anderen Unternehmen unterstellt.

–> Pflicht des herrschenden Unternehmens, Bilanzverluste des beherrschten Unternehmens auszugleichen

–> Know How fließt gegenseitig ein

–> Minderheitsaktionären ist ein bestimmter jährlicher Gewinn nach zu garantieren

6. Tochtergesellschaften sind weisungsgebunden und können daher weniger Kontrolle ausüben. Im Rahmen eines Konzerns hat man bessere Kontrolle als im Rahmen eines Kartells.

7. Wettbewerb sichert den Preismechanismus. Preismechanismus sichert die Allokation. Und um die Allokation geht es letztendlich.

8. Erwünschte Zielsetzungen: Synergien, Vereinfachung von zB. Normen

Nicht erwünscht: Reibungsverluste, Wettbewerbsverlust oder zu starke Einschränkung

9. genehmigungs oder anmeldungspflichtige Kartelle um Vorteile zu Nutzen für den Markt. Wenn der Wettbewerb im großen und ganzen erhalten belibt, kann man Kartelle genehmigen.

Zum Beispiel: Normen-, Typen- und Konditionenkartelle, Mittelstandskartelle, Rationalisierungskartelle, Strukturkrisenkartelle, Sonstige Kartelle

siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kartellverbot#Ausnahmen_vom_Verbot

10. x

a) Onlinehandel

b) Verknappung der Beratungsleistungen, Bestellungen über Fernabsatz nehemen zu, Menschen ohne Internetanschluss müssen weitere Wege gehen

c) Spezialisierung, Vorteilssuche durch gute Beratung

d) Kredite zu günstigen Konditionen (kfw), steuerliche Vorteile

11. Lobbyismus, Androhung von Abwanderung (Arbeitsplatzvernichtung), Parteispenden

12. Weltkartellamt gibt es nicht und ist wohl auch nicht in Planung.

13.

14. Fusionszunahme: Kosteneinsprung, Synergie, etc., siehe oben

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